Es sind nicht die Glücklichen, die dankbar sind, sondern die Dankbaren sind glücklich.

Wie werde oder bleibe ich glücklich. Diese Frage treibt alle Menschen um. Glück kann man kaufen, sagt uns die Werbung, aber wir wissen, das stimmt nicht. Wenn man Google fragt, findet man 86 Millionen Antworten.

Hier finden sich 4 Beispiele zu der Frage „Wie finden wir das Glück?“

1. In der Bibel, im 84. Psalm, heißt es: Glücklich sind die Menschen, die Gott für ihre Stärke halten und seinen Weg aus ganzem Herzen befolgen. 

Glücklich ist also der Mensch, der weiß, dass wir uns nicht nur auf unsere eigenen Kräfte verlassen müssen, nicht alles aus eigenen Kraft schaffen können und müssen.
Wenn wir genau überlegen, dann ist vieles, das unser Leben ausmacht, ein Geschenk.
Glücklich sind die Menschen, die glauben, dass Gott mit uns auf dem Weg ist und uns nicht allein lässt.  Für ihn ist ein Leben auch dann glücklich und erfüllt ist, wenn es nicht jung, schön, gesund  und wohlhabend ist, sondern wichtiger ist  zum Einklang mit sich selbst findet, mit einem weiten Herzen und offenen Augen für alles Gute.
Glücklich sind die Menschen, die Gott für ihre Stärke halten und seinen Weg aus ganzem Herzen befolgen.
(Psalm 84).

2. Ein Geschäftsmann wollte von einem religiösen Lehrer wissen, was das Geheimnis eines erfüllten Lebens sei? Der Lehrer antwortete ihn. „Mache jeden Tag einen Menschen etwas glücklicher.“ 
Und er fügte als nachträglichen Gedanken hinzu. „… selbst wenn du selbst dieser Mensch bist.“
Nur wenig später: „ Vor allem, wenn dieser Mensch du selber bist.“
Damit ist dieser religiöse Lehrer nahe bei Jesus.
In der goldenen Regel heißt es: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Gott, den Menschen neben mir und mich selbst – ein Dreiklang. Ich darf darauf achten, was mir gut tut.

3. Otto N. war eigentlich nicht abergläubisch – weder eine schwarze Katze von links nach rechts, noch ein Freitag, der 13. machte ihm etwas aus. Aber auf einer großen Messe kam plötzlich eine exotische Frau auf ihn zu, so als habe sie ihn schon lange erwartet und eröffnete ihm, das Mittwoch, der 12. Juni ein besonderer Glückstag für ihn sein werde. Er bedankte sich mit einem großzügigen Trinkgeld.
Er wartete, so wie ein Kind auf Weihnachten wartet, auf diesen 12. Juni. Er wachte schon vor Sonnenaufgang auf, aber der Tag verlief wie alle anderen. Es geschah nichts Besonderes. Am Abend kam ein Freund zu Besuch und blieb bis nach Mitternacht. Als der 12. Schlag verklungen war, platzte der Ärger aus Otto N. heraus. Das Weib hat mich betrogen! Das Glück ist ausgeblieben!
Sein Freund fragte mitleidig: „ Du bist sicher krank!“-  „Nein, wieso? Ich bin kerngesund.“ „ Dann hattest du heute vielleicht einen Unfall?“ „Nein, wie kommst du denn darauf?“ „Du bist nicht satt geworden und sehr hungrig.“ „Nein ich hatte ein wunderbares Mittagessen.“ „Du hast Geld verloren oder etwa einen Todesfall?“  „Hör auf mit dem Quatsch, nichta von alle dem – ein Tag wie jeder andere!!“ schrie er den Freund an.
Nun wurde der Freund auch etwas lauter: „ Und dann behauptest du, dass heute kein Glückstag war ?“
Hat der Freund recht – ist es nicht ein Glück, einigermaßen gesund zu sein. Ist es nicht ein Glück, wenn nichts Schlimmes passiert und wir satt zu essen haben. Freunde, Gemeinschaft, Familie? Ist der heutige Tag nicht bis jetzt ein Glückstag für uns? Nehmen wir das Gute zu selbstverständlich?

4. Angeblich liegt das Glück ja auf der Straße. Man muss es nur sehen.
Eine Frau verließ niemals ihre Wohnung, ohne sich vorher ein paar Glassteinchen in die rechte Jackentasche zu stecken. Sie wollte die schönen Momente des Tages bewusst wahrnehmen und sie zählen. Für jede gute, schöne und positive Kleinigkeit  ( ein lustiges Schwätzchen, strahlende Kinderaugen, ein gutes Essen, eine nette Geste …)
und für alles, was ihren Sinn erfreute, ließ sie ein Glassteinchen in die linke Jackentasche wandern.
Manchmal waren es gleich zwei oder drei. Abends zählte sie dann die Glassteinchen. Sie zelebrierte dies und rief sich das schöne Erlebnis in die Gedanken zurück. Sie freute sich und dankte ihrem Schöpfer. Und selbst, wenn sich nur ein Glassteinchen fand, dann hatte es doch ein kleines Glück gegeben und so war sie  ein positiver, glücklicher Mensch, mit dem alle gern zu tun hatten.

Es sind nicht die Glücklichen, die dankbar sind, sondern die Dankbaren sind glücklich.

Aus der Andacht beim Ausflug der Evangelischen Frauenhilfe und der Katholischen Frauengemeinschaft

Ihre Pfarrerin

Ute Bock