Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Risiken
feiern wir derzeit keine Gottesdienste.

Vielleicht hilft Ihnen nachfolgende Andacht innere Einkehr zu halten.

 

Andacht

Was brauchen wir angesichts der Corona-Pandemie?  Menschen gehen  unterschiedlich damit um,  die einen ängstlich, andere verantwortungsbewusst, manche leichtsinnig und manche verdrängen die Gefahr.

Ein bekannter Bibelvers  enthält für mich genau  das, was wir jetzt  brauchen

Kraft – Liebe – Besonnenheit  

 „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Verzagtheit, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ – 2. Timotheus 1,7.

Wenn wir etwas nicht brauchen können,  dann ist das „Verzagtheit“ oder der „Furcht“. Sie sind äußerst schlechte Ratgeber. Diese Pandemie  hat uns überrollt. Wir kannten so etwas nicht. Für die Menschen früherer Generationen gehörten Seuchen ganz selbstverständlich zum Leben – für uns seit 100 Jahren nicht mehr.

Das neue Virus zeigt, dass wir machtlos sind. Wir leben in dem Gefühl, wir hätten alles im Griff. Dass das eine Illusion  ist, merkt jeder, der eine schwere Krankheit bekommt. Für den einzelnen ist dann von einen Tag auf den anderen nichts mehr wie es war. Nun trifft es die Gesellschaft als Ganze. Was brauchen wir, um diese Bedrohung auszuhalten?

Kraft – Liebe – Besonnenheit

Besonnenheit  bedeutet eine Situation ernst nehmen. Besonnen ist aktuell, wenn wir uns eingestehen: Wir wissen einfach nicht, wie gefährlich Corvid-19 noch werden wird. Das Virus vermehrt sich erschreckend schnell. Es könnte unsere Gesundheitssystem überfordern –es kann aber auch so überschaubar bleiben, wenn die eingeleiteten Maßnahmen greifen oder Medikamente gefunden werden.

Wir sind privilegiert. Wir haben  in Deutschland  eine gute medizinische Versorgung. Trotzdem ist da Angst und die kann zu Panik werden.  

Die „Besonnenheit“ versteht menschliche Gefühle, aber sie hinterfragt sie: Wovor genau hast Du Angst? Wie willst Du die Bedrohung vermeiden? Was ist die Alternative?

Besonnen ist, wenn wir das tun, was nachweislich zur Eindämmung hilft und was  uns immer und immer wieder gesagt wird. Dazu gehört ein gewisser Abstand zu anderen Menschen.

Das ist etwas anders als „soziale Distanzierung“ um jeden Preis! Sicher gibt es Situationen, in denen  Nähe gefährlich ist. Sie kann im schlimmsten Fall tödlich sein. Ich könnte jemand anstecken, ohne dass ich weiß, dass ich infiziert bin oder umgekehrt. Das Risiko mag größer sein, aber  ich könnte morgen jemanden mit dem Auto überfahren oder die Treppe runter fallen. Es gilt den Nutzen und das Risiko besonnen abzuwägen. Denn Gott hat uns auch einen Geist der Liebe gegeben. Ohne Liebe können wir nicht leben.

Mir ist wichtig: Bei aller Vorsicht- es gibt eine Distanz, die schaden kann, auch Einsamkeit  und  Verlassenheitsgefühl kann tödlich sein Ist es wirklich sinnvoll, wenn wir ältere Menschen meiden, sie allein lassen? Unsere Phantasie ist gefragt, wie wir ihnen Nähe geben, ohne sie übermäßig zu gefährden. Wenn telefonieren und kleine Grüße möglich sind, ist das eine gute Sache – aber wenn nicht? Sollte die Angst uns daran hindern Liebe zu geben? 

Gott hat uns  zur Besonnenheit die Liebe gegeben. Wirklich christliches Handeln macht sich an der Liebe fest- und diese Liebe fragt nach den Schwächsten.

Die Schwächsten der Gesellschaft in Zeiten von Corona sind ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Dazu gehören aber auch die Obdachlosen, die Geflüchteten oder die Armen, die bisher zur Tafel gehen konnten, jetzt aber vielfach vor verschlossenen Türen stehen.                                                                                   Der Geist der Liebe hilft uns, zu erspüren, wer gerade unseren Zuspruch, unser Zuhören und unsere Hilfe braucht, wer  uns  nötig braucht!

Kraft, Liebe, Besonnenheit. Das verspricht uns Gott.

Kraft schenkt  Gott uns, wenn wir zur Ruhe kommen, wenn wir  beten, wenn sein Wort uns leitet, wenn wir Vertrauen haben und uns bewusst werden, unser Leben liegt  in Gottes Hand.

Darum halten wir fest an der Zusage: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Verzagtheit, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen in Jesus Christus. Amen

Lied: Bewahre uns Gott: EG 171

1.Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns auf unsern Wegen.
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen,
sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.

2.Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns in allem Leiden.
Voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten,
voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten. 

3.Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft,
die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen,
sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen. 

4.Bewahre uns, Gott,
behüte uns,
Gott, sei mit uns durch deinen Segen.
Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen,
dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen

Fürbittengebet

Wir bitten Dich für alle, die verängstigt sind wegen des Corona-Virus: Beschütze sie und gib ihnen neuen Mut!

Wir bitten Dich für Die, die in Quarantäne gehen mussten. Lass sie die Zeit der Trennung nicht zu belastend erfahren, sondern neue Möglichkeiten entdecken!

Wir bitten Dich für die Eltern von Kindern und Jugendlichen: Gib ihnen Geduld, Kreativität und Freude mit ihren Kindern!

Wir bitten Dich für die Älteren und allen, die mit ihnen zu tun haben: Bewahre sie vor Ansteckungen und den Schäden der Distanzierung!

Wir bitten Dich für alle, deren wirtschaftliche Existenz durch Corona bedroht wird: Lass sie Hilfe und Solidarität erfahren.

Wir bitten Dich für Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen und für alle, die mit den besonders Gefährdeten arbeiten: Gib ihnen gute Worte, Gelassenheit und Beherztheit!

Wir bitten dich für alle, die in diesen Tagen Entscheidungen treffen und umsetzen müssen, die ihnen schwer fallen: Gib ihnen Deinen Geist der Besonnenheit, der Kraft und der Liebe!       (Quelle EKD)

Wir erbitten, das Ende und die Eindämmung der Pandemie.
All das, was wir darüber hinaus erbitten, fassen wir zusammen in den Worten Jesu:

Wir beten –  Vater Unser …

 

Der HERR segne dich und behüte dich; 

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; 

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden